Im Vergleich zu vielen anderen afrikanischen Städten ist Bissau eine ruhige Hauptstadt. Der Stadt fehlt das chaotische Treiben anderer Hauptstädte, was eine erfrischende Atmosphäre schafft, die Besuchern hilft, sich zu entspannen und neue Energie zu tanken. Das Lebenstempo ist gemächlich, und man sieht mehr Einheimische, die ihre Abende plaudernd auf ihren Veranden verbringen, als in Nachtclubs oder Bars. Es gibt zwar nur wenige traditionelle touristische Sehenswürdigkeiten in der Stadt, doch Bissau wächst und entwickelt sich stetig weiter.

Ein Bürgerkrieg verwüstete Guinea-Bissau von Juni 1998 bis Mai 1999, und die Hauptstadt erholt sich noch immer davon. Eine allgegenwärtige Erinnerung an den Krieg ist der Präsidentenpalast, dessen einst elegantes neoklassizistisches Design heute von Granatsplittern gezeichnet ist und von einem zerbombten Dach gekrönt wird. Besucher sind heute willkommen, das Gelände zu begehen, es wird jedoch empfohlen, das Innere des Palastes zu meiden, da Fledermäuse seine einzigen Bewohner sind.

Das Land war eine portugiesische Kolonie, bevor es 1974 nach einem jahrzehntelangen Krieg die Unabhängigkeit erlangte. Der koloniale Einfluss ist noch immer in Bissau Velho, dem alten Stadtzentrum, sichtbar. Heute sind die staubigen Straßen meist leer, aber ein Spaziergang durch das Viertel bietet Besuchern einen interessanten Einblick in die Geschichte und das Erbe von Bissau. Die meisten der bonbonfarbenen Gebäude sind baufällig, doch man kann sich leicht vorstellen, wie sie während der Kolonialzeit mit Leben gefüllt waren.

Gleich hinter dem portugiesischen Viertel liegt die Fortaleza d'Amura, die Festung, die heute das farbenfrohe Viertel mit seinen Gebäuden im mediterranen Stil bewacht. Das guineische Militär nutzt das Fort noch immer, und es sollte für Besucher eigentlich nicht zugänglich sein, doch wenn man sich mit den Wachen anfreundet, kann man oft einen Blick hinter die imposanten Steinmauern werfen.

Die lebhafteste Sehenswürdigkeit der Hauptstadt ist Porto Pidjiguiti, der geschäftige Hafen, in dem Fischer noch immer ihren täglichen Fang einbringen und Pelikane über die sandige Küste gleiten. Der Hafen hat auch eine große historische Bedeutung. Dort tötete die Polizei 1959 streikende Hafenarbeiter, was die Widerstandsbewegung gegen die Portugiesen entfachte. Ein Denkmal in Form einer riesigen schwarzen Faust steht am Hafen, um an das Massaker zu erinnern.

Der Hauptmarkt der Stadt, der Mercado de Bandim, ist ebenfalls einen Besuch wert. In Hütten mit Strohdächern findet man alle Arten von Schätzen, darunter Holzschnitzereien, handgewebte Textilien und Cashewnüsse. Die geschäftige Atmosphäre ist ein großartiger Ort, um in die lokale Kultur einzutauchen und gute Schnäppchen bei Souvenirs zu machen.

Viele der Kunsthandwerke des Landes sind auch im Nationalen Ethnographischen Museum ausgestellt. Die kleine Sammlung von Holzmasken, Körben und Statuen kann nur vormittags besichtigt werden, aber es lohnt sich, früh aufzustehen, und das freundliche Personal erklärt sehr gut die traditionellen spirituellen Überzeugungen, die mit jedem Stück verbunden sind.

Die Stadt verfügt über eine überraschend hohe Dichte an guten Restaurants, die alles von traditionellen Gerichten bis hin zu belgischen Waffeln und Pizza servieren. Man findet in der Regel eine köstliche Mahlzeit für weniger als € 10, und viele Restaurants verfügen über Innenhöfe oder Terrassen für Mahlzeiten im Freien. Die Nachtclub- und Barszene entwickelt sich noch, aber es gibt einige Orte, an denen man die Nacht durchtanzen oder mit Einheimischen Billard spielen kann. Für einen kulturelleren Abend besuchen Sie die französischen oder portugiesischen Kulturzentren. Die Zentren veranstalten abends oft kostenlose Konzerte, Filme und Vorträge.

Wo in Guinea-Bissau liegt Bissau?

Grundlegende Informationen

Land: Guinea-Bissau

Hauptstadt: Bissau, Hauptstadt von Guinea-Bissau

Lage

Breitengrad: 11.86502

Längengrad: -15.59836