Ouagadougou, oder wie die Einheimischen es einfach nennen, Ouaga, ist eine wahrhaft afrikanische Hauptstadt. Obwohl sie das politische Zentrum eines der ärmsten Länder der Welt ist, bietet die Stadt zahlreiche gute Restaurants, Hotels und Nachtlokale, und die Einheimischen sind für ihre freundliche Art und ihren optimistischen Lebensstil bekannt.
Obwohl Burkina Faso eine präsidiale Republik ist, bleibt der Kaiser des Volkes der Mossi eine der wichtigsten Persönlichkeiten des Landes. Moro-Naba, wie er genannt wird, wird von der Regierung vor jeder wichtigen Entscheidung konsultiert, und jeden Freitag findet in seinem Palast ein bedeutendes Ritual statt. Die formelle Zeremonie dauert weniger als eine halbe Stunde, doch prominente Persönlichkeiten aus dem ganzen Land kommen zusammen und nehmen nach Rang geordnet Platz, bevor eine Kanone abgefeuert wird. Der Moro-Naba erscheint in einem roten Kostüm, das symbolisch für den Krieg steht, und reitet auf einem aufwendig geschmückten Pferd. Die ranghöchsten Besucher erweisen dem traditionellen Oberhaupt ihre Ehrerbietung, dann verschwindet Seine Majestät, nur um in weißer Kleidung wieder zu erscheinen, was den Frieden symbolisiert. Die Untertanen werden in den Palast eingeladen, um Milch, Kolanuss-Getränke und Hirsebier zu genießen, während der Häuptling über kleinere Vergehen und lokale Streitigkeiten entscheidet. Besucher sind herzlich eingeladen, die faszinierende Zeremonie zu beobachten, indem sie das Gelände von Osten her betreten; das Fotografieren ist jedoch untersagt.
Das Nationalmuseum befindet sich etwa 10 Kilometer außerhalb des Stadtzentrums und befindet sich noch im Aufbau. Die kleine, aber wachsende Sammlung präsentiert traditionelle Trachten der wichtigsten ethnischen Gruppen des Landes, Ahnenstatuen und verschiedene Masken. Die Galerien sind in staubigen Pavillons untergebracht, und obwohl die Beschriftungen ausschließlich auf Französisch sind, ist das Museum dennoch einen Besuch wert.
Besucher, die sich für traditionelle Musik interessieren, werden vom Musikmuseum begeistert sein. Die fantasievoll gestalteten Galerieräume sind mit Flöten, Tambour-Trommeln, Harfen, Xylophonen und anderen Musikinstrumenten aus ganz Burkina Faso gefüllt. Besonders interessant sind die Fußkastagnetten, und französischsprachige Führer bieten Einblicke in die einzelnen Exponate.
Weitere Musikinstrumente sind im Manega-Museum ausgestellt. Die Sammlung umfasst zudem Mossi-Gewehre und andere Artefakte aus dem ganzen Land.
Am Rande der Stadt liegt das Grab von Thomas Sankara. Als Präsident des Landes von 1983 bis 1987 gilt Sankara als Ikone der Revolution und wird gemeinhin als der Che Guevara Afrikas bezeichnet. Der marxistische Revolutionär ist auch für seine ehrgeizigen sozialen und wirtschaftlichen Programme beliebt. Sein Grab bleibt eine Erinnerung an die hoffnungsvollste Zeit in der Geschichte des Landes und ist für die Einheimischen weiterhin von großer politischer Bedeutung.
Ouagadougou ist eine recht grüne Stadt, und der Bangre-Weoogo-Park ist bei den Einheimischen, insbesondere bei Familien mit Kindern, sehr beliebt. Der kleine Zoo des Parks beherbergt viele Krokodile und andere einheimische Tiere, und das Gebiet gilt bei den Einheimischen als heilig. Auch der Garten der Freundschaft Ouaga-Loudun ist einen Besuch wert. Die Grünanlage wurde 1996 neu gestaltet und symbolisiert die Beziehung zwischen der Hauptstadt und ihrer Partnerstadt in Frankreich.
Die Freundschaft zwischen Frankreich und Burkina Faso zeigt sich auch am Place du Grand Lyon. Das in der Nähe des Centre George Méliès gelegene Denkmal ist eines der schönsten der Stadt.
Ein weiteres bemerkenswertes Denkmal in Ouagadougou steht direkt gegenüber dem Bahnhof. Die sechs Meter hohe Steinstatue stellt eine Frau dar, die Wasser aus einer Kalebasse gießt. Es ist meist der erste Anblick, den Besucher bei ihrer Ankunft in Ouagadougou haben.