Für viele Besucher wirkt Freetown einladender als andere Großstädte in Westafrika, was möglicherweise an der wunderschönen Lage und der gastfreundlichen Bevölkerung liegt. Das Herz der Stadt ist voller historischer Sehenswürdigkeiten und lebhafter Märkte; die Atmosphäre ist geschäftig, aber freundlich, und die Erinnerungen an die jüngste Gewalt verblassen schnell und werden durch Strandbars, innovative Museen und belebte Marktplätze ersetzt.
Das wichtigste Wahrzeichen in Freetown ist ein 500 Jahre alter Baum, der bei den Einheimischen einfach als „The Cotton Tree“ bekannt ist. Besuchen Sie ihn in der Abenddämmerung, um zu beobachten, wie Tausende von Fledermäusen aus den Ästen schwärmen, und kommen Sie am Morgen wieder, um zu sehen, wie sie bei Sonnenaufgang zurückkehren.
Das Sierra Leone National Museum befindet sich im Schatten des Baumes. Die kleine, aber zum Nachdenken anregende Sammlung umfasst unter anderem die Kleidung, die Trommel und das Schwert des Temne-Guerillaführers Bai Bureh.
Das National Rail Museum im Stadtteil Cline Town stellt mehrere authentische Diesel- und Dampflokomotiven aus. Viele Waggons können ebenfalls besichtigt werden, darunter derjenige, den Königin Elisabeth II. bei ihrem ersten Besuch in Sierra Leone nutzte.
Etwa zwei Blocks südwestlich des Cotton Tree liegt die St. John's Maroon Church. Das kleine weiße Gebäude wurde 1820 erbaut und ist für seine großen Fenster und seine schlichte Architektur bekannt.
Um einen Einblick in die Geschichte von Sierra Leone außerhalb eines Museums zu erhalten, machen Sie einen Spaziergang durch das Gebiet westlich von Tower Hill. Ein Bummel entlang der Pademba Road offenbart viele gut erhaltene hölzerne Krio-Häuser aus dem 19. Jahrhundert. Der Blick auf die Stadt von den höchsten Hügeln des Viertels ist den etwas anstrengenden Aufstieg wert.
Die Strände von Freetown sind unberührt und wunderschön. Lumley Beach ist der beliebteste Strand; er liegt am Atlantik und ist von Hotels, Geschäften, Restaurants, Cafés und Bars umgeben. Der weiße Sand ist meist gut besucht von Touristen und Einheimischen, doch die Menschenmengen verleihen ihm eine festliche Atmosphäre. Weitere sehenswerte Strände sind der felsige Lakka Beach, das ehemalige Bergbaugebiet Hamilton Beach, der friedliche Sussex Beach, der No. 2 River Beach und Kent Beach. Die historischen Stätten am Kent Beach sind einen Nachmittag lang einen Besuch wert, darunter die Büros, in denen Sklaven registriert wurden, bevor sie in den Westen verschifft wurden. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten in der Gegend gehören die Mauern der kolonialen Siedlung und Siaka Stevens, eine koloniale Residenz, die in ein Museum umgewandelt wurde.
Direkt vor der Küste von Freetown liegt Bunce Island, wo unzählige gefangene Sklaven ihre erzwungene Reise nach Georgia, in die Carolinas und nach Florida begannen. Die Ruinen sind weitläufig, aber von Vegetation überwuchert, und bei der Ankunft gibt es nur wenige Informationen für Touristen. Dennoch ist der Ort aufgrund seines historischen Reichtums einen Besuch wert.
Jahrzehnte später begannen Sklaven ein neues Leben in Sierra Leone. Viele von ihnen wurden von den Briten zu den Old Wharf Steps gebracht, die vom Government Wharf hinaufführen. Die ersten Steine wurden 1818 gelegt, und Besucher können diesen Weg heute noch begehen.
Weitere bei Besuchern beliebte Sehenswürdigkeiten in Freetown sind das Parlamentsgebäude, das schöne Viertel Aberdeen, das Fourah Bay College, das Tacugama Chimpanzee Sanctuary, die Charlotte Falls, der Cape Sierra Leone Lighthouse und der Hill Station Club.