Lima ist eine weitläufige Wüstenhauptstadt, die von grauer Architektur, staubigen Klippen und rauen Straßen geprägt ist, doch unter der spröden Oberfläche verbirgt sich eine beseelte, ausgefallene und lebendige Stadt. Unter den Schichten aus dichtem Nebel liegen koloniale Herrenhäuser mit Balkonen im maurischen Stil, präkolumbianische Tempel, eklektische Kunsträume, stattliche Museen, belebte Nachtclubs und außergewöhnliche Restaurants. Besucher, die sich die Zeit nehmen, die schlichte Fassade zu durchdringen, werden mit diesen und vielen weiteren Schätzen belohnt.
Die peruanische Hauptstadt beherbergt eine Reihe beeindruckender Museen. Eines der besten ist das Museo Rafael Larco Herrera, das in einem Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert untergebracht ist. Das Museum beherbergt eine der weltweit größten Sammlungen an Keramiken, darunter mehr als 50.000 Gefäße. Die ersten Galerien wirken fast wie ein Lagerraum, da die Stücke in einem Durcheinander bis unter die Decke gestapelt sind, doch die weiter innen gelegenen Galerien präsentieren die besten Stücke in übersichtlicher Weise. Die beeindruckende Sammlung umfasst gefiederte Textilien, Gold- und Silberarbeiten, präkolumbianische erotische Keramiken und vieles mehr.
Um ein besseres Verständnis für die Geschichte und Kultur des Landes zu gewinnen, empfiehlt sich ein Besuch des Museo Nacional de Antropologia, Arqueologia e Historia del Peru. Das Gebäude selbst ist eine historische Ikone, die einst den revolutionären Helden Bolivar und San Martin als Wohnsitz diente, und die umfangreiche Sammlung umfasst die Geschichte Perus von der Antike bis zur frühen Republik. Zu den vielen Schätzen zählen ein Gemälde des Abendmahls aus dem 18. Jahrhundert sowie die Raimondi-Stele, eine der frühesten Felsritzungen der Anden.
Peru blickt auf eine lange Tradition des Stierkampfs zurück, die im Museo Taurino lebendig wird. Das im Stierkampfarena Plaza de Acho gelegene Museum erzählt die Geschichte dieses nationalen Zeitvertreibs anhand von Gemälden, goldverzierten Kostümen, Fotografien und Werkzeugen, die von einigen der berühmtesten Toreros der Welt verwendet wurden. Einige der Kostüme weisen sogar blutige Löcher auf, die von den Hörnern der Stiere stammen.
Lima verfügt zudem über ein reiches religiöses Erbe, und das Monasterio de San Francisco ist ein absolutes Muss für jeden Besucher der Hauptstadt. Die sonnengelbe Franziskanerkirche und das Kloster beherbergen eine bemerkenswerte Bibliothek, in der Besucher mehr als 25.000 antike Texte bestaunen können. Das beeindruckende Barockbauwerk besticht zudem durch ein Refektorium mit 13 Gemälden des spanischen Meisters Francisco de Zurbarán, eine spektakuläre Kuppel im maurischen Stil sowie Katakomben, die mit den Gebeinen von mehr als 70.000 Menschen gefüllt sind.
Eine der geschichtsträchtigsten religiösen Stätten der Stadt ist die Iglesia de Santo Domingo. Die im 16. Jahrhundert erbaute, leuchtend rosa Kirche ist die letzte Ruhestätte von drei der bedeutendsten Heiligen Perus: Santa Rosa de Lima, San Juan Macías und San Martin de Porres. Die Gräber der Heiligen befinden sich im Konvent, einem Komplex, der mit Innenhöfen, historischen spanischen Fliesen und Barockgemälden geschmückt ist.
Es kann schwierig sein, Zutritt zum Palacio de Gobierno zu erhalten, doch die Mühe für eine Besichtigung des bemerkenswerten Palastes lohnt sich. Der 1937 erbaute Palast ist der Amtssitz des Präsidenten des Landes, und Führungen müssen mindestens zwei Tage im Voraus beim Büro für Öffentlichkeitsarbeit angemeldet werden.
Weitere sehenswerte Orte in der peruanischen Hauptstadt sind der archäologische Komplex Pachacamac, der koloniale Palacio Torre Tagle, die Iglesia de las Nazarenas, die Iglesia de la Merced aus dem 16. Jahrhundert, das Museo de Arte de Lima, das Kloster und Museum Descalzos sowie das Museo de la Inquisición, das der Spanischen Inquisition gewidmet ist.