Kabul war nach der Flucht der Taliban infolge der von den Vereinigten Staaten geführten Bombenangriffe nach dem 11. September dem Untergang geweiht. Die afghanische Hauptstadt war in Schutt und Asche gelegt und durch jahrelange verheerende Kriege zerstört. Heute baut sich die Stadt dank der Unterstützung der internationalen Gemeinschaft und eines Wirtschaftsbooms schnell wieder auf. Neue Gebäude und Restaurants scheinen alle paar Wochen aus dem Boden zu sprießen, und in der Luft liegt wieder eine kosmopolitische Atmosphäre. Kabul ist heute ein faszinierendes Abbild einer neuen Nation, die sich noch im Aufbau befindet, und bietet einen spannenden und inspirierenden Einstieg in Afghanistan.

Wie fast alles in der Stadt wird auch das Kabul Museum derzeit revitalisiert. Einst eines der bedeutendsten Museen der Welt, mit Exponaten von griechischen Münzen bis hin zu islamischen Bronzen, litt das Museum unter jahrelangem Missbrauch während der Kriege. Heute hilft die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft bei seinem langsamen Wiederaufstieg aus der Asche. Stücke kehren aus ihren Verstecken und von Plünderern zurück, und zu den Schätzen gehören Teile einer Moschee aus dem 12. Jahrhundert in Lashkar Gah, eine griechische Inschrift aus Ai-Khanoum, buddhistische Kalksteinstatuen aus dem 3. Jahrhundert und Keramiken aus dem 15. Jahrhundert aus Kandahar. Die Sicherheitsvorkehrungen sind streng, aber es lohnt sich, die beeindruckende und wachsende Sammlung zu erkunden.

Auch die National Gallery befindet sich mitten in der Erholung, aber die derzeitige Sammlung ist definitiv sehenswert. Gemälde und historische Bilder afghanischer Künstler stehen im Mittelpunkt, und das Personal der Galerie konnte über 100 Gemälde vor der Zerstörung durch die Taliban retten. Da die Taliban das Erschaffen von Abbildern lebender Wesen verboten, nutzte das Personal Wasserfarben, um Menschen in Bäume oder Pferde in Berglandschaften zu verwandeln, was einige der wertvollsten Gemälde rettete. Die kreative Lösung funktionierte, und die Stücke blieben vor der Zerstörung bewahrt.

Der schönste Ort in Kabul sind die Babur-Gärten, die im frühen 16. Jahrhundert als letzte Ruhestätte des Mogulherrschers Babur angelegt wurden. Die 11 Hektar wurden nach der Zerstörung im Krieg wunderbar restauriert, und heute sind die Gärten die größte öffentliche Grünfläche der Hauptstadt. Hohe Mauern umgeben die Gärten, Aprikosen-, Kirsch- und Walnussbäume spenden Schatten und in der Mitte befindet sich ein Pavillon.

Ein Großteil der Geschichte Afghanistans dreht sich um den Krieg, und mehr als 60 Arten von Minen sind noch immer auf dem Land zu finden. Das Omar Land Mine Museum widmet sich der Aufklärung der Öffentlichkeit über diese getarnten Waffen, und die Besucher erhalten nach dem Ansehen von Videos, Wandgemälden und echten Minen ein gutes Verständnis für die Minenräumungsbemühungen.

Das 2004 gegründete Sultani Museum ist eine weitere der interessantesten Sehenswürdigkeiten Kabuls. Das private Museum umfasst eine Sammlung von über 3.000 afghanischen Antiquitäten, darunter wunderschöne Korane, Goldteller, griechisch-baktrische Münzen, Ghoriden-Keramik und Manuskripte aus der islamischen Ära.

Weitere sehenswerte Orte in der sich ständig verändernden Stadt sind der Vogelmarkt Ka Faroshi, der Königspalast von Darulaman, das Ghazi-Stadion, das beeindruckende Mausoleum von Abdur Rahman Khan, das Mausoleum von Timur Shah, der Bibi Mahru Hill, die Shah-e Doh Shamshira Moschee, das Nationalarchiv, der Europäische Friedhof und das Mausoleum von Nadir Shah.

Wo in Afghanistan liegt Kabul?

Grundlegende Informationen

Land: Afghanistan

Hauptstadt: Kabul, Hauptstadt von Afghanistan

Lage

Breitengrad: 34.51864

Längengrad: 69.18131